Bericht der FunkeMEDIEN Gruppe
Endlich Prinz! Anton Köther alias Toni I. regiert ab sofort die Duisburger Narren.
Bericht VOM: 11. Januar, BODO MALSCH | BILD: Michael Dahlke
Endlich Karnevalsprinz: Toni I. verdrückt einige Tränchen
DUISBURG. Ein emotionaler Abend für Anton Köther: In der ausverkauften Mercatorhalle wurde er auf den Narrenthron gehoben. So begrüßten die Jecken Toni I.
So viele Sermer waren vermutlich noch nie bei der Prinzenkürung des Hauptausschusses Duisburger Karneval (HDK) in der restlos ausverkauften Mercatorhalle. Denn der neue Prinz stammt aus dem sympathischen Kappes-Dorf im Süden Duisburgs und ist der erste aus den Reihen der KG Südstern, der den Thron des Stadtprinzen erobert hat. Seit Samstagabend heißt Anton Köther Prinz Toni I. und begeisterte die 1000 Gäste des stimmungsvollen Abends.
Um Punkt 21 Uhr marschierte die Prinzengarde Duisburg mit dem neuen Prinzen und seinem Hofstaat in die Halle ein. Viele Gäste stellten sich auf ihre Stühle, um den ersten Blick auf die neue Tollität zu erhaschen. Der Jubel war ohrenbetäubend. Bilder und Spruchbänder wurden hochgehalten. Ein Banner, das in den Reihen der Sermer Südsterne zu sehen war, brachte die Sache kurz und bündig auf den Punkt: „Prinz Toni I.: Jawoll!“
Der neue Prinz ist zehnfaches Vereinsmitglied
Toni kamen angesichts von so viel Begeisterung schon auf dem Weg zur Bühne ein paar Tränchen. Er strahlte und wischte sich gleichzeitig immer wieder über die Augen. Da fiel die Anspannung der vergangenen Tage ab. Denn zu behaupten, die Tollität wäre im Vorfeld seiner Kürung nervös gewesen, wäre eine glatte Untertreibung.
Dabei musste sich der 58-jährige Inhaber eines Heizungs- und Sanitärbetriebes doch gar keine Sorgen machen. Die Duisburger Karnevalisten wissen ihn seit Jahren als einen durchweg gut gelaunten und bemerkenswert positiv eingestellten Menschen zu schätzen. Seit 2012 ist er Mitglied der KG Südstern Serm und ist passives Mitglied in sieben weiteren Karnevalsvereinen. Und natürlich im MSV. Schütze in der Jägerkompanie Mündelheim ist er auch noch.
Liebeserklärungen an Duisburg und den Karneval
„Ein Traum ist in Erfüllung gegangen“, gestand der neue Feder- und Zepterträger dem Publikum. Und er dankte allen, die das ermöglichten. Vor allem aber dankte er jenen sechs Herzensmenschen, die mit ihm auf die 40-tägige Reise durch den Duisburger Karneval gehen. Als Hofmarschälle stehen ihm der selbstständige Coach und Verhaltenstrainer Thomas Hicking (56) von der KG Blau-Gelb Baerl und der AWO-Objektmanager Oliver Roßkothen (56) aus der Ehrengarde der Stadt Duisburg Blau-Weiß zur Seite.
Die Pagen stammen aus vier Gesellschaften: Tihana, genannt „Tichi“, kommt von den „Piraten des Südens“, Pia von der KG Südstern Serm, Rabea ist bei der Ehrengarde aktiv und Christin tanzt bei der KG Alle Mann an Bord. Letztere liegt Toni ganz besonders am Herzen, denn die 22-Jährige ist seine Tochter. Der siebenköpfige Hofstaat sang und tanzte sich anschließend in die Herzen der Kürungsgäste, wobei das Tanzen klugerweise hauptsächlich den Pagen vorbehalten blieb. Die eingängigen Songs fordern zum Feiern auf und sind Liebeserklärungen an den Karneval und an Duisburg.
Gut vierstündiges hochklassiges Programm
Michael Jansen ein gut vierstündiges Programm, das keine Längen hatte. Comedian Khalid Bounouar kokettierte auf der Bühne mit seinem Migrationshintergrund und bezog einige Gäste mit ein. „Wie heißt du? Sören? Ach, du bist der Oberbürgermeister! Kannst du ein paar Pässe klarmachen?“
Das Tanzkorps „Rheinmatrosen“ aus Köln-Mülheim zeigte tänzerische Höchstleistungen mit schwindelerregenden Hebe- und Flugfiguren. Musikalisch brachten „Brings“ und „Cat Ballou“ große Teile des Publikums in Stimmung und Bewegung. Die so motivierten Gäste stürzten sich danach in eine lange Nacht in den Wandelgängen der Mercatorhalle.